Nach meinem pädagogischen Studium war ich viele Jahre in der intensiven Begleitung und Beratung von Menschen tätig. Die Begegnung mit ihren Geschichten und dem, was sie bewegt, hat mir schon immer Freude gemacht. Jedoch fehlte mir in der rein klassischen Gesprächsarbeit oft das Nachhaltige: Man versteht vieles mit dem Kopf, aber es landet nicht wirklich im Herz und in der Seele.

Auf der Suche nach mehr Tiefe entdeckte ich schließlich die Craniosacraltherapie. Es war erstaunlich zu erleben, wie eine so sanfte Körperarbeit seelische Prozesse in Bewegung bringen und körperliche Spannungen lösen kann, wenn man lernt, den feinen Signalen des Körpers zuzuhören.

Mein tiefstes Aha-Erlebnis folgte jedoch mit Somatic Experiencing - einem wunderbaren Ansatz in der Traumabewältigung. Hier geht es nicht darum, das Erlebte endlos zu wiederholen, sondern mit neugieriger Achtsamkeit zu spüren, was im Körper passiert, während Gefühle da sind. Man macht neue, sichere Körpererfahrungen und lernt in kleinen Schritten, Emotionen zu halten, ohne von ihnen überschwemmt zu werden. Plötzlich lösen sich Blockaden ganz von selbst, und der Kopf versteht erst im Nachhinein, was geschehen ist.

Im Laufe meines Weges habe ich zudem erfahren, dass viele unserer tiefsten Ängste im Kern aus der Angst vor dem Tod resultieren. Das Heilsamste ist hierbei zu erkennen und zu erleben, dass es keine wirkliche Trennung zwischen dieser und der jenseitigen Welt gibt. Wer die Angst vor dem Tod verliert, verliert letztlich auch die Angst vor dem Leben. Genau hier setzt meine mediale Trauerbegleitung an: Sie öffnet den Raum, um zu spüren, dass die Verbindung zu unseren Lieben über den Tod hinaus bleibt und konkret spürbar ist.

Diese ganzheitliche Verbindung aus Körperarbeit, Trauma-Begleitung und medialem Wirken ist für mich eine zutiefst bereichernde Reise. Mit jedem Menschen, den ich begleiten darf, erlebe ich aufs Neue, wie aus anfänglicher Angst mehr Ruhe, Lebensfreude und der Stolz wächst, das eigene innere Potenzial befreit zu haben.